Begriffe rund ums Abwasser

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Abbaubarkeit
Eigenschaften eines Stoffes durch physikalische, chemische oder biochemische Vorgänge zerlegt bzw. umgewandelt werden zu können.

Abbaugrad
Ist ein objektives Maß für die Verminderung einer Schmutzfracht (auch Wirkungsgrad genannt).

Abfall
Ist was in menschlichen Siedlungen und Produktionsstätten abfällt.
Gemäß Definition im Abfallgesetz "bewegliche Sachen, deren sich der Besitzer entledigen will oder deren geordnete Beseitigung zur Wahrung des Wohls der Allgemeinheit insbesondere des Schutzes der Umwelt geboten ist". Die Abfallvermeidung u. Abfallverwertung haben Vorrang vor der sonstigen Entsorgung, Reststoffe, die einer Wiederverwertung zugeführt werden (Schrott, Altpapier, Altglas) fallen nicht unter die Abfall-Definition, sondern sind Wirtschaftsgut. Nach dem Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-AbfG) sind es "alle beweglichen Sachen, die unter die im Anhang I aufgeführten Gruppen fallen u. deren sich ihr Besitzer entledigt, entledigen will oder entledigen muß". Entscheidend für den neuen Abfallbegriff sind die oben genannten Entledigungstatbestände. Diese Definition führt dazu, daß die bisher nicht unter die Abfall-Definition fallenden Reststoffe künftig vom Abfallrecht erfaßt werden.

Abfluss
Ist das Wasservolumen, das ein vorgegebenes Einzugsgebiet unter der Wirkung der Schwerebeschleunigung innerhalb einer bestimmten Zeiteinheit verlässt.

Abwasser
Ist durch den häuslichen, gewerblichen, industriellen oder landwirtschaftlichen Gebrauch in seinen Eigenschaften verändertes Wasser sowie das bei Trockenwetter damit zusammen abfließendes Schmutzwasser als auch das bei Niederschlägen von bebauten oder befestigten Flächen abfließende Niederschlagswasser.

Abwasserabgabengesetz (AbwAG)
Das am 01.01.1978 in Kraft getretene Gesetz über Abgaben für das Einleiten von Abwasser in Gewässer wird durch die Länder erhoben und richtet sich nach dem Verschmutzungsgrad des Abwassers welches in Schadeinheiten bestimmt wird. Damit wird versucht das Verursacherprinzip zu verwirklichen. Abgabepflichtige Parameter aus dem Kommunalen Bereich sind in der Regel CSB, Phosphor und der Stickstoff

Abwasseranfall
Im Durchschnitt rechnet man in Mittel- und Westeuropa mit einem Abwasseranfall von 100 bis 250 Litern pro Einwohner und Tag.
Als Faustregel kann gelten, daß das im kommunalen Bereich anfallende Abwasser insgesamt zu etwa je einem Drittel aus Fremdwasser, häuslichem Abwasser und kleingewerblich/industriellem Abwasser besteht.

Abwasserbeseitigung
Nennt man das Sammeln, Fortleiten, Behandeln (z.B. in Kläranlagen), Einleiten, Versickern, Verregnen und Verrieseln von Abwasser.

Abwassergebühr
Diese wird anhand des Wasserverbrauches berechnet (pro m3). Mitunter beträgt inzwischen der Preis bis zu 5,00 € und darüber her. Bei den zunehmenden Kosten für die Instandhaltung, den Bau und die notwendige Verbesserung sowie Erweiterung bestehender Anlagen ist mancher Orts mit weiterhin steigenden Abwassergebühren zu rechnen.

Abwasserzweckverband
In der Regel eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, die von einer oder mehreren Kommunen gegründet wurde und der die Aufgabe der gemeinsamen Errichtung und des gemeinsamen Betriebs einer oder mehrerer Abwasserkläranlagen übertragen wird. Durch diese Zusammenlegung der Abwasserbehandlung sollen die Kosten verringert werden.

Aktivkohle-Filter
Anlage zur adsorptiven Rückhaltung von Stoffen, die sich biologisch entweder sehr schwer oder gar nicht abbauen lassen. Aktivkohle-Verfahren werden überwiegend in der Trinkwasseraufbereitung eingesetzt.

Ammonifikation
Ist ein Teilprozess des Stickstoffkreislaufs und des Abbaus organischer Stoffe in Ökosystemen. Hierbei wird der Stickstoff aus Stickstoffhaltigen organischen Stoffen durch mikrobielle Prozesse in Form von Ammoniak (NH3) freigesetzt.

Ammoniak
Wird beim biologischen Abbau von Protein- und Harnstoffen freigesetzt, ist ein farbloses, stechend riechendes, giftiges Gas.

Anschlußbeitrag
Dieser wird von den Verbandsmitgliedern per Beschluß festgelegt. Sollte sich an den Baukosten orientieren. Wird meist über Geschoßfläche und Grundstücksgröße erhoben.

Anschlußkosten
(tatsächliche) setzen sich aus dem Anschlußbeitrag und den privat entstehenden Kosten einschließlich des Anschlußschachtes zusammen.

 
B
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Belebtschlamm
Ist der in der aeroben biologischen Reinigungsstufe entstehende Schlamm. Durch den Abbau von Wasserinhaltstoffen bilden sich Biomasse. ( Bakterien, Pilzen, Protozoen, Rotatorien und Nematoden, anorganischen und organischen Anteile).

Belebungsbecken
Behälter, in dem Abwasserinhaltsstoffe mit Hilfe von Mikroorganismen umgewandelt werden. Das Becken kann belüftete Bereiche enthalten (aerobe Milieuverhältnisse). Zonen, in denen der Beckeninhalt ohne Belüftung umgewälzt wird, dienen zur Bereitstellung anaerober oder anoxischer Milieubedingungen. Durch Zudosieren von Chemikalien können im Becken auch chemische Umwandlungsreaktionen durchgeführt werden. (wird z.B. bei der Phosphatfällung angewandt)

Belebungsverfahren
Biologische Abwasserreinigung mit Hilfe von Mikroorganismen, die in Form von Flocken (Belebtschlammflocken) wachsen. Die Belebtschlammflocken werden im Bioreaktor (Belebungsbecken) durch Lufteinblasung oder durch Rühren in Schwebe (Suspension) gehalten. Im nachgeschalteten Absetzbecken werden die Flocken vom gereinigten Abwasser abgetrennt und größtenteils zum Belebungsbecken zurückgepumpt. (Schlammrückführung - Rücklaufschlamm) Der restliche Schlamm wird als Überschussschlamm aus dem System entfernt. (Überschussschlamm fällt durch ständigen Neuzuwachs von Mikroorganismen an).

Belüftung
Dient der Anreicherung des Abwassers mit Luftsauerstoff für Mikrobiologische Vorgänge (Nitrifikation) durch Oberflächenbelüfter, Walzenbelüfter, Kreiselbelüfter oder Druckluft.

Betriebswasser (Brauchwasser)
Wasser, das gewerblichen, industriellen, landwirtschaftlichen oder ähnlichen Zwecken dient, ohne daß im allgemeinen Trinkwasserqualität verlangt wird (eine Ausnahme ist z. B. für Lebensmittelbetriebe, das Trinkwasserqualität aufweisen muß). Betriebswasser muß je nach Einsatzzweck bestimmte Eigenschaften haben. So darf Kesselspeisewasser nicht korrodierend wirken oder Kesselstein bilden, und Bewässerungswasser muß frei von boden- und pflanzenschädigenden Stoffen sein.

Gebrauchswasser, für das keine Trinkwasserqualität verlangt wird (z.B. Kühlwasser).

Biochemischer Sauerstoffbedarf (BSB)
Ist die Menge an gelösten Sauerstoff, die Mikroorganismen benötigen um die im Wasser enthaltenen Organische Stoffe Oxydativ bei 20°C und ohne Licht abzubauen.
Wenn dies über einen Zeitraum von 5 Tagen geschieht spricht man vom BSB5.

Biologische Abbaubarkeit
Eignung einer organischen Substanz, durch Mikroorganismen zersetzt zu werden.

Blähschlamm
Bezeichnet man schlecht absetzbarer Schlamm mit einem Schlammindex ( ISV ) > 150 ml/g, der eine große Zahl an Fadenorganismen aufweist.

Brauchwasser
Regenwasser oder recyceltes Abwasser zum Gebrauch von Toilettenspülungen, Waschmaschine,. Bewässerung (kein Trinkwasser)

Je nach techn. Verwendungszweck - z. B. Kühlwasser, Kesselspeisewasser - unterschiedlich aufbereitetes Rohwasser, z. B. Grund- oder Oberflächenwasser.

 
C
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Chemische Abwasserreinigung
Behandlung des Abwassers mit Chemikalien (Fällmitteln, Säuren und Laugen ) zur Entfernung von Phosphaten und zur Neutralisation sauren oder basischen Abwasser.

Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB)
Ist die Menge an gelösten Sauerstoff, die erforderlich ist um alle Organische Inhaltsstoffe chemisch zu Oxidieren. Oxidationsmittel ist Kaliumdichromat

 
D
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Denitrifikanten
Denitrifikanten sind Mikroorganismen, die an der Umwandlung des Nitrat-Stickstoffs beteiligt sind. Hierzu gehören viele aerobe, strikt respiratorische Bakterienarten, wie z. B. Pseudomonas denitrificans. Dabei ist es eine Besonderheit der Denitrifikanten, auch ohne freien, bzw. in Wasser gelösten Sauerstoff leben zu können, wenn Nitrat vorhanden ist. Sie stellen dann ihren Stoffwechsel auf die Nitratatmung um und können nun den gebundenen Sauerstoff "veratmen". Der Energiegewinn ist hierbei jedoch geringer und hat ein langsameres Wachstum der beteiligten Bakterien zur Folge. Diese Eigenschaft wird bei der Denitrifaktion technisch umgesetzt.

Denitrifikation
Reduktion von Nitrat (NO3-) zu Molekularen Luftstickstoff (N2) durch Mikroorganismen.

Dezentrale Abwasserentsorgung
bedeutet Abwasserbehandlung vor Ort unter Vermeidung größerer Vermischungen und langer Kanäle.

Direkteinleiter
Gewerbe- und Industriebetriebe, die ihre Abwässer über eigene Kanalisationen direkt in ein Gewässer einleiten. Hierzu ist eine wasserrechtliche Erlaubnis nach dem Wasserhaushaltsgesetz erforderlich. Gegensatz: Betriebe, die ihre Abwässer zunächst in kommunale Kanalisationen und damit "indirekt" in Gewässer einleiten.

Dreikammerklärgrube
Eine Klärgrube ist die einfachste Form einer Abwasserbehandlung für einzelne Häuser. Sie besteht aus einem Behälter in dem sich die ungelösten Anteile des Abwasser absetzen. Das überstehende Wasser wird entweder regelmäßig von einem Saugwagen abgesaugt, in ein Gewässer abgeleitet oder versickert. Vor 1990 war in vielen ostdeutschen Kleinstädten eine Klär- oder Sickergrube eine häufige Form der Abwasserbehandlung. Aufwändigere Klärgruben bestehen aus 3 Kammern. In einer gut gepflegten modernen 3-Kammer-Klärgrube wird das Abwasser anaerob zersetzt. Daher finden sich dort keine Kot- und Klopapierreste. Eine Sonderform der Klärgrube ist die Sickergrube. Umgangssprachlich wird zwischen den beiden nicht unterschieden. Keine Klärgruben sind Jauche- oder Güllegruben, die nur zur Lagerung von Jauche oder Gülle dienen.

 
E
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Einleiter
Verantwortlicher Betrieb oder Person für das zuführen von flüssigen Gemischen in z.B.: Oberflächengewässern, Vorflutern oder Kanalisationen.

Eisenchlorid
Chemischer Zusatz als Sedimentationsbeschleuniger bei der mechanischen Abwasserreinigung und als Fällmittel bei der chemischen Abwasserreinigung oder Koagulationsmittel für Klärschlamm

Eisen - III- Chlorid (FeCl3)
Wird zur Bindung von Schwefelwasserstoff, zur Phosphatfällung und allgemein bei der mechanischen Abwasserreinigung (Flockungsmittel) eingesetzt.

 
F
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Fäkalien
pro Jahr fallen ca. 45 kg/Person an. Diese enthalten alle Exkremente.

Fällung
Ist die Umwandlung im Wasser gelösten Ionen in eine schwer lösliche Form.

Faulschlamm
Faulschlamm, Sapropel, feinkörniges, graues bis tiefschwarzes Sediment in Gewässern; entsteht unter Sauerstoffabschluß aus biochemisch umgewandelten Pflanzen- und Tierresten. Hoher Anteil an halbzersetzten organischen Stoffen, ferner Kalk, Schwefeleisen und Pyrit. Durch Bildung von freiem Schwefelwasserstoff (H2S) fauliger Geruch. Faulschlamm gilt als Vorstufe bei der Erdölbildung.(s. Klärschlamm, Frischschlamm). Er kann landwirtschaftlich verwertet werden wenn die Anforderungen der Klärschlammverordnung eingehalten werden.

Flockung
Ist die Überführung Kolloidal gelöster Stoffe (Mikroflocken) in gut Absetzbare Flocken (Makroflocken)

Flockungsmittel
Stoffe, durch deren Zusatz die Zusammenballung kollodial gelöste oder sehr fein verteilte ungelöste Stoffe gefördert wird. Als Flockungsmittel werden z.B. Kalziumhydroxid, Eisen- und Aluminiumsalze verwendet.

 
G
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Gewässer
Ist ein in der Natur fließendes oder stehendes Wasser auf dem Festland. Gewässer ist auch der Oberbegriff für alle Ansammlungen von Wasser auf und unter der Erdoberfläche. Wie Flüsse, Seen, Grundwasser, Quellen und vieles mehr.

Gewässerbelastung
Bezeichnet man im Allgemeinen die Einbringung von chemischen, biologischen, physikalischen oder sonstigen Gefahrstoffen, welche jegliche Gleichgewichte in einem stehenden oder auch fließenden Gewässer gefährden oder mindestens beeinflussen.

Globalberechnung
Kostenaufstellung und Finanzierungsplan zentraler Entwässerungseinrichtungen.

Gülle
Ist ein Wirtschaftsdünger, der hauptsächlich aus Urin und Kot landwirtschaftlicher Nutztiere sowie Wasser und mitunter auch Einstreu wie Stroh besteht. Sie kommt in der Regel durch die sogenannte Schwemmentmistung zustande. Hohe Gehalte an gebundenem Stickstoff, Phosphor und anderen Nährstoffen machen Gülle zu einem wichtigen Dünger.

 
H
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Haltung(en)
Bezeichnung für die Kanalstrecke zwischen 2 ca. alle 35 m vorhandenen Revisionsschächten.

Hausanschluss
Verbindung zwischen öffentlichem Kanal und anzuschließendem Haus.

HOAI
(Honorarordnung für Architekten und Ingenieure): Honorar kann bis zu 19 % der Gesamtkosten eines öffentlichen Bauprojektes betragen.

 
I
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Indirekteinleiter
Abwassereinleiter, vor allem Industriebetriebe, die ihr Abwasser nicht direkt, sondern über öffentliche Kanalisationen und Kläranlagen in die Gewässer einleiten.

Industrieabwässer
Schmutzwasser aus Industriebetrieben ( Brauerei, Textilveredelung, Färberei,...)

Instandhaltung
Ist die Feststellung des Istzustandes und deren Maßnahmen zur Bewahrung bzw. Wiederherstellung des Sollzustandes. (Wartung, Inspektion und Sanierung)

Inspektion (Kanäle)
Maßnahmen zur Feststellung und Beurteilung des baulichen Ist-Zustandes sowie die Prüfung der Funktionsfähigkeit. Dabei ist besonders zu achten auf Undichtheiten, Lageabweichungen, mechanische Verschleißerscheinungen, Korrosion, Risse und Wurzeleinwuchs.

 
J
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Jauche
Stark wasserhaltige Exkremente mit geringem Feststoffanteil wie Stroh und Futterresten. Jauche wird wie Gülle und Stallmist als Wirtschaftsdünger zur Düngung im landwirtschaftlichen Betrieb eingesetzt. Jauche enthält ca. 0,4% Stickstoff, 0,8% Kalium, 0,01% Phosphorsäure.

Jauche darf nicht - auch nicht indirekt - über Kanalisationen und Kläranlagen in Gewässer eingeleitet werden. Die Ausbringung von Jauche auf landwirtschaftlich genutzte Flächen ist durch Rechtsverordnungen des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes geregelt.)

 
K
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Kanalisation
Nennt man eine Anlage die zur Sammlung und Weiterleitung von Abwässern und Fremdwässern dient. Dies geschieht durch Freispiegelleitungen oder Druck- und Unterdruckleitungen.

Kläranlagen
Anlagen zur Reinigung von kommunalem, gewerblichem und industriellem Abwasser. Es gibt eine Unterscheidung in den Größenklassen von 1-5 (<1000 EW - >100.000 EW)

Kleinkläranlage
Sind Anlagen zur Reinigung von Abwasser mit einem Bemessungswert von 4 bis 50 Einwohnerwerten (EW). Somit kommen sie bei Einzelhäusern, kleinen Siedlungen, Gastwirtschaften oder Schutzhütten zum Einsatz, wenn eine Abwasserentsorgung durch Anschluss an große, kommunale Kläranlagen aus technischen, satzungsrechtlichen oder finanziellen Gründen nicht möglich ist.

Klärgas
Besteht aus 60-70% CH4, 26-30% Co2 und der Rest aus Spurengasen wie H2S, NH3, H2 und N2. In Faulgasbehältern wie Nassgasbehälter, Trockengasbehälter, Druckbehälter und Speicherkissen wird das bei der anaeroben Faulung entstehende Faulgas gesammelt und zur Energiegewinnung genutzt.

Klärschlamm
Ist der bei der Abwasserbehandlung anfallende Schlamm, auch wenn er entwässert oder getrocknet wurde, ohne Aussage über Herkunft und Art.

Konzentration
Ist eine Gehaltsangabe, die angibt, wie viel von einem Stoff, Stoffgemisch oder Material in einer Vergleichsmenge des Gesamtgemisches oder -gemenges vorhanden ist. Es gibt mehrere Möglichkeiten diese anzugeben.
Die Stoffmengenkonzentration: Definiert als Stoffmenge pro Volumen, Maßeinheit mol/l.
Die Massenkonzentration: Definiert als Masse pro Volumen, Einheit g/l.
Die Volumenkonzentration: Definiert als Volumen pro Gemisch-Volumen, Einheit l/l.
Die Teilchendichte oder auch Partikelkonzentration. Definiert als die Anzahl Teilchen oder Partikel pro Volumen, Einheit 1/l.
Die Äquivalentkonzentration. Definiert als Val pro Volumen, Einheit val/l. Diese Einheit ist allerdings veraltet und wird nur noch selten gebraucht

 
L
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Landratsämter
übergeordnete Behörde für die Gemeinden - planen im Hintergrund die Durchsetzung der Abwassergesetze landkreisweit.

 
M
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Mechanische Abwasserreinigung
Ist die Abscheidung von Grobstoffen, Sand und anderen absetzbaren und aufschwimmenden Stoffen durch einfache physikalische und mechanisch wirkende Vorgänge (Rechen/Siebe, Sandfang, Fettabscheider/Flotationsanlagen und Vorklärbecken)

Mikrobieller Abbau
der Abbau organischer Substanzen durch Mikroorganismen.

Mikroorganismen
Mikroorganismen [Mz., griech.], mikroskopisch kleine Lebewesen, besonders Bakterien, viele Pilze, Algen und Protozoen.

Mischsystem
Ist die Sammlung und Ableitung von Schmutzwasser, Behandlungsbedürftigen und nicht Behandlungsbedürftigen Regenwasser in einem Kanal über die Kläranlagen in den Vorfluter.

 
N
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Nachklärbecken
Im Nachklärbecken wird die Biomasse, die aus biologischen Reaktoren (Belebungsbecken, Tropfkörper etc.) ausgeschwemmt wird, durch Sedimentation zurückgehalten. Dies dient dem Eindicken und Sammlung des Belebtschlammes und der dem entsprechenden Rückführung bzw. Weiterbehandlung. Über eine Überlaufkante wird das gereinigte Abwasser aus der Klarwasserzone in den Vorfluter geleitet.

Nachklärung
Letzter Teil der Biologischen Reinigungsstufe, Reinigungsstufe nach der Belebung.

Nährstofffracht
im Abwasser mitgeführte Nährstoffe - siehe Nitrate, Phosphate und Kalium

Neutralisation
Reaktion von Säure und Lauge unter Bildung von Salz und Wasser. Viele gewerbliche und industrielle Abwässer müssen vor Einleitung in öffentliche Abwasseranlagen oder Vorfluter neutralisiert werden. Saure Abwässer werden dabei mit Lauge, (z. B. Kalkmilch, Natronlauge), alkalische Abwässer mit Säure (z. B. Salz- oder Schwefelsäure) neutralisiert.

Niederschlag
Meteorologie: aus der feuchten Luft ausfallende (kondensierende) Teilchen: unter 0,5 mm Nieselregen, über 0,5 mm Regen; weiter Schnee und Hagel; Tau und Reif gelten nicht als Niederschläge

Chemie: mehr oder weniger fein verteilte Stoffe, die sich als Folge einer Reaktion in einer Lösung bilden und absetzen; besonders in der chemischen Analytik verwendet

Nitrifikation
Oxidation von Ammonium (NH4+) über Nitrit (NO2-) zu Nitrat (NO3-) durch Mikroorganismen.

Nitrobacter
Bezeichnung für eine Gruppe spezialisierter aerober Bakterien. Verantwortlich für die bakterielle Oxidation von Nitrit zu Nitrat in der zweiten Stufe der Nitrifikation.

Nitrosomonas
Bezeichnung für eine Gruppe spezialisierter aerober Bakterien. Verantwortlich für die bakterielle Oxidation von Ammonium zu Nitrit in der ersten Stufe der Nitrifikation.

 
O
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Oligotroph(es Gewässer)
Oligotroph sind Gewässer mit wenig Nährstoffen und daher geringer organischer Produktion. (Trophiesystemstufe 1)

 
P
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Pflanzenkläranlage
Pflanzenkläranlagen unterscheiden sich von technischen Kläranlagen dadurch, daß in ihnen das Abwasser ohne künstliche Belüftung (d. h. Sauerstoffzufuhr) durch eine Bodenpassage gereinigt werden soll. Während der Passage des Abwassers durch von Schilf durchwurzelten Boden oder durch mit Schilf/Binsen bepflanzten Kies/Sandschichten wird das Abwasser sowohl mechanisch gefiltert als auch durch die in den Filterschichten vorhandenen Mikroorganismen gereinigt. Dabei wird je nach Bauart das Abwasser horizontal oder vertikal geführt. Gemeinsames Kennzeichen der Pflanzenkläranlagen ist die Bepflanzung mit Sumpfpflanzen (Schilf/Binsen u. a.), denen ein aktiver Beitrag zur Reinigung des Abwassers zugeschrieben wird.

pH-Wert
Ist der negativ dekadische Logarithmus der Wasserstoffionenkonzentration pH = - log [H3O+]. Daher ist der pH-Wert eine Maßzahl, die angibt, wie hoch die Konzentration an H3O+-Ionen in einer wässrigen Lösung ist.

 
R
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Rechen
Ist die erste Reinigungsstufe in Kläranlagen, es sind Maschinelle Einrichtungen zum entfernen von Sperr-, Faser- und Grobstoffen durch parallel angeordneten Stäben. Man unterscheidet Grobrechen (100-20 mm Stababstand), Feinrechen (20-8 mm Stababstand) und Feinstrechen (<8 mm Stababstand).

Regenrückhaltebecken
Speicherbecken für Mischwasserabflussspitzen bei Regenwetter. Das zwischengespeicherte Abwasser wird verzögert aber vollständig der Kläranlage zugeführt. (Meist nach abklingen eines Regenereignisses).

Regenwasser
Niederschläge nehmen nicht nur Verunreinigungen aus der Luft (Saure Niederschläge), sondern auch von Oberflächen (z. B Gebäuden, Fahrzeugen, Straßen, landwirtschaftlichen Flächen) auf und leiten diese in die Vorfluter oder ins Grundwasser. Der Regenwasser-Verschmutzung und den dadurch verursachten Umweltbelastungen wurde lange Zeit nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Inzwischen hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, daß hierdurch z. T. erhebliche Schmutzfrachten in die Gewässer gelangen, die nur durch Regenwasserbehandlungsanlagen zurückgehalten werden können.

 
S
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Sammelkanäle
Kanäle zum Sammeln des Schmutzwasser

Sandfang
Teil der mechanischen Abwasserreinigung zur Entfernung des Sandes aus dem Abwasser. Die Fließgeschwindigkeit des Abwassers darf max. 0,3 m/s (= 1,1 km/h) betragen, damit Sandkörner und anderes Material (d > 0.2 mm) sedimentieren. Die Sedimentation wird durch Verringerung der Fließgeschwindigkeit erreicht. Leichtere Stoffe werden durch die Strömung weitertransportiert. Sandfänge. werden zur Vermeidung von Versteifungen und unerwünschten Sandablagerungen vor Pumpwerken und in Klärbecken angeordnet.

Sauerstoff ( O2 )
Ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas. 89% des Wassers und 50% der Erdkruste bestehen aus Sauerstoff. In der Luft sind 21% Sauerstoff enthalten. Der Mensch kann eine Verminderung bis auf 12% ertragen. Unter 10% O2 in der Luft besteht Lebensgefahr

Schlammbehandlung
alle Verfahren, welche die bei der Abwasserreinigung als Schlamm anfallenden Feststoffe weiter verarbeiten mit dem Ziel der Verwertung und/oder Entsorgung, wie z.B.: Schlammfaulung, Schlammeindickung, Schlammkompostierung, Schlammkonditionierung, Schlammstabilisierung, Schlammtrocknung

Schlammvolumen
Ist der Volumenanteil des Belebtschlamm, welcher im 1L Standzylinder nach 30 min Absetzzeit abgelesen wird. Dimension: ml/l

Schmutzwasser
Durch häuslichen oder gewerblichen Gebrauch verunreinigtes Wasser

Schwebstoffe
Feststoffe, die im Wasser (oder in einem anderen Medium) schweben, weil sie gleiches oder nahezu gleiches spezifisches Gewicht haben.. 

Schwimmstoffe
Feststoffe, die leichter als Wasser sind und daher auf ihm schwimmen.

Selbstreinigung
Bezeichnet das Vermögen eines Gewässers, mit Hilfe von pflanzlichen und tierischen Organismen (Saprobien) aus natürlichen Quellen stammende oder vom Menschen eingeleitete organische Stoffe abzubauen. Dabei wird Sauerstoff verbraucht. Wird z.B. mehr ungereinigtes Abwasser in ein Gewässer eingeleitet, als Sauerstoff für den Abbau zur Verfügung steht, ist das Selbstreinigungspotential des Gewässers überschritten. Es kommt zu einem Sauerstoffmangel, höhere und niedere Lebewesen sterben ab, das Gewässer "kippt um".

Sickerschacht
ist eine Grube zur Regenwasserversickerung, zur Schmutzwasserversickerung sind diese nicht mehr zugelassen

Sinkstoffe
Feststoffe im Wasser, die, oft nach einer gewissen Schwebephase, auf den Gewässerboden sinken.

 
T
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Tauchkörperanlagen
Eine Kleinkläranlagenart, in der das Abwasser durch Bakterien gereinigt wird, die an einem Trägermaterial, dem so genannten Tauchkörper, haften

Teichkläranlage


Trennkanalisation
Kanalisationssystem, bei dem Schmutzwasser und Niederschlagswasser in getrennten Kanälen abgeleitet wird.

Trennsystem
im Gegensatz zum Mischsystem zwei voneinander unabhängige Rohrnetze bei der Stadtentwässerung. Die Regenwasserkanalisation führt unmittelbar zum Vorfluter, während das Schmutz- oder Brauchwasser zur Kläranlage abgeleitet wird.

 
U
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Umkippen eines Gewässers
volkstümlich: Ausdruck, der die durch den Menschen verursachte schnelle Umwandlung des Stoffhaushaltes eines Gewässers bezeichnet, wissenschaftlich als "Rasante Eutrophierung bezeichnet. Die Biozönose, insbesondere Artenzusammensetzung und Abundanz sind starken Veränderungen unterworfen. (Eutrophierung.)

Ungelöste Stoffe (Feststoffe)
Sammelbezeichnung für Substanzen, die sich in einem Medium (z. B. Wasser) befinden und durch mechanische Verfahren (z. B. Absetzbecken, Filteranlagen) abgetrennt werden können. Im Trinkwasser dürfen ungelöste Stoffe nicht enthalten sein, sie müssen bei der Wasseraufbereitung entfernt werden.

 
V
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Verdünnung im Vorfluter
das Mengenverhältnis eines Abwasserzuflusses zu einer bestimmten Wasserführung, also des Verdünnungsverhältnisses oder der Verdünnungsgrad.

Vorfluter
Gewässer (z. B. Bach, jede Art von Kanal, Fluß oder See), in das mit wasserrechtlicher Erlaubnis Abwasser eingeleitet wird.

 
W
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Wasserhärte
Angabe für die Beschaffenheit von Wasser, u. a. für die Wäsche wichtig. In der Bundesrepublik Deutschland erfolgt die Einteilung in vier Härtebereichen. Sie sind durch das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz definiert. Auskunft über die jeweiligen Wasserhärtebereiche erteilen die zuständigen Wasserversorgungsunternehmen (Härte des Wassers).

 
Z
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Zweckverbände
Zusammenschluß mehrerer Orte in der Abwasserbehandlung zu einem Großprojekt

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